14 Jan. 2020

Hass geht in Quarantäne

Submitted by ebertus

Zitat: "Eine Schwierigkeit sei, dass Worte in sehr verschiedenen Kontexten genutzt würden und zum Beispiel auch sarkastisch gemeint sein könnten. Doch Algorithmen könnten – gefüttert mit großen Datenmengen – auch komplexere sprachliche Beleidigungen erkennen."


Ein Problem, an dem die computerbasierte Künstliche Intelligenz bislang ebenso scheitert wie beispielsweise Übersetzungsprogramme, das soll nun endlich, durch Analyse von Hasskommentaren, von großen Datenmengen  gelöst werden; vermeldet der Deutschlandfunk.

Wenn also zukünftig die Mitglieder einer ganzen Bevölkerungsgruppe pauschal als "Umweltsau" oder gar als "Nazisau" erkannt und entlarvt werden, dann muß das gute Prüfprogramm schon erkennen, dass es sich dabei lediglich um Satire handelt.

Zusätzlich könnte jeder öffentlichen Äußerung ein entsprechender Vorspann vorausgeschickt werden; im einfachsten Fall ein Ankreuzfeld vor jedem Kommentar im Netz:

[x] Das Folgende ist Satire


Als weitere, finale Auffanglinie könnte es in einem neuen NetzDG auch eine ständig aktualisierte Liste derer geben, die per se die Guten sind (Personen wie Institutionen), deren Äußerungen nie, niemals Hass darstellen, schlimmstenfalls, eben, Satire ...

Kommentare

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»Funktioniert der Algorithmus wie bezweckt?«

Im Prinzip ja, aber der Algorithmus hat eigentlich den Zweck, die Justiz zu entlasten; um von so einer Liste wieder gelöscht zu werden, braucht man eine einstweilige Verfügung, ein Gericht, das letztendlich eine Entscheidung fällt und zwei weitere Gerichte, die eine öffentliche Verunglimpfung strafrechtlich verfolgen und den zivilrechtlichen Schadenersatz feststellen.

Glaub mir, das ist ein gewaltiger Kanonenschuß in den Ofen.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Frage an Radio Eriwan:

Und von mir dennoch lediglich partiell als Satire gemeint.


So eine Liste dürfte nicht von einer staatlichen Instanz als verbindlich geführt werden, sondern ganz unverbindlich von einer privaten Unternehmung. Die kann sich dann einfach auf ihr Hausrecht berufen, wen sie -als Person oder als Institution- zu den Guten zählt; und solange sie gut sind, nicht in Ungnade fallen, auch auf der Liste beläßt.

Das Problem dabei ist jedoch die Unverbindlichkeit, können weder Facebook & Co. noch die anderen, hiesigen privaten Medien zur Einhaltung dieser Liste gezwungen werden.

Insofern spart der Algorithmus erst mal viel Verwaltung. Wobei auch dieser Algorithmus unverbindlich ist, solange er nicht von Amts wegen gepflegt und für alle (auch uns hier?) verpflichtend gemacht wird.