15 Dez. 2019

"An die Wand stellen" - positiv verstehen!

Submitted by ebertus

Man stelle sich vor, irgendein Böser, Neurechter, AfDler et al. würde vorschlagen bzw. damit drohen, Politiker an die Wand zu stellen; damit sie endlich ihren (einen, welchen) Job tun ...

Sondersendungen auf allen Kanälen, Entrüstungsstürme in allen guten Medien und die sofortige Beobachtung des Delinquenten durch den Verfassungsschutz wären mit Sicherheit die Folge.

Das Video, in dem sich die Greta derart äußert, das muß ein Fake sein, müsste ansonsten wegen Hassrede, wegen Volksverhetzung doch sofort gelöscht werden.


4 Kommentare


Kommentar von: Mitglied


Ich weiß, es ist gemein, mich an dem (gestellten?) Elend zu weiden. Aber wenn es der Tagesspiegel  nebst derer Kommentare dort tut, dann fühle ich mich in zumindest nicht ganz schlechter Gesellschaft.

Klar, so ein kleines, einsames Mädchen mit viel, viel Gepäck auf dem Gang eines, doch für zukünftig Größeres berufenen deutschen ICE, das macht schon was her.
15.12.2019 @ 11:06

 


Kommentar von: Anarchrist Besucher

Anarchrist

Ich denke das ist eine semantische Frage. “Lost in Translation” sozusagen. Die Aussage hat sie wirklich gemacht und sich auch entschuldigt für die Missverständlichkeit. Volksverhetzung ist das sowieso nicht. Politiker sind kein Volk, maximal ein ’seltsames Völkchen’ im sprichwörtlichen Sinne.

Laut BBC:
>> In Swedish, the phrase means “to hold someone accountable".
Auf schwedisch bedeutet die Phrase “jemanden verantwortlich machen".

“Against the Wall” kann 1 zu 1 als “Gegen die Wand” (Im Sinne von Festnageln) übersetzt werden.
17.12.2019 @ 22:44

 


Kommentar von: Mitglied


Klar, da bin ich sofort bei der Greta. Aber genau deshalb, in Erahnung dieser Missverständlichkeit hatte ich darauf abgehoben “wer” etwas sagt; und welch’ entrüsteter medialer Aufstand dann gefolgt wäre.

No Mercy …
18.12.2019 @ 07:10

 


Kommentar von: Anarchrist Besucher

Anarchrist

Ja, das habe ich schon verstanden. Aber gerade die jeweiligen Kontexte begründen ja, warum es - berechtigter Weise - keinen medialen Aufschrei der etablierten Medien gegen Greta gab und es bei z.B. AfD-Personal und AfD-Fans (u. drgl.) einen gegeben hat bei Vergleichbarem.

Greta ist kein Entscheidungsträger, Parteifunktionär oder in Verantwortung, sprachlich nicht nativ und hat die Phrase nicht immer und immer wieder, sondern einmal aus Unwissenheit gesagt und sich entschuldigt. Ausserdem ist sie jung und unerfahren.

AfD-Personal ist insgesamt militäraffin, findet Waffen und Schießsport geil, proklamiert hartes Durchgreifen und ist in Verantwortung und teilweise politischer Entscheidungsträger. Eine Nähe zu Extremisten ist bei nicht wenigen erwiesen. ("Wenn wir dran sind, dann wird aufgeräumt, meine Freunde! Dann wird ausgemistet.")

Diverse AfD-Fans (Kommentarspalten etc.), die massiv ‘Linkes Pack aufhängen’ oder ‘an die Wand stellen’ wollen, meinen das ernst, wiederholen es ständig und entschuldigen sich nicht, sondern wähnen sich im Recht. Dazu kommen die konkreten Bedrohungen gegen linke oder vermeintlich linke Politiker über deren öffentlich zugängliche Adressen.

Der Kontext ist fast immer nicht nur wichtig, sondern entscheidend für eine Bewertung. Und ich denke das genau deshalb auch kein großer Aufschrei im Mainstream stattfand.
18.12.2019 @ 12:19