6 Mai 2020

Die Banalität des Bösen

Submitted by ebertus

sie beginnt ... genau hier ... und bedarf keines weiteren Blogtextes; nur eines Zitates:

 

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

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Als sie die Verteidiger des Grundgesetzes holten, da konnte ich nicht mehr schweigen, hatte diese

sinnlose Polizeigewalt in der Bundesrepublik Deutschland des Jahres 2020 nicht für möglich gehalten.


Zitiert nach Martin Niemöller, hier mit einer Ergänzung des Blogautors

Kommentare

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»... die Verteidiger des Grundgesetzes ...«

Klar, 1990 war die Zeit im Chaos der Wende für eine neue Verfassung noch  nicht reif. Inzwischen sind wir 30 Jahre weiter und haben den »Neuen Markt«, die Finanzkrise 2007/9 und jetzt die Coronapandemie 2020 erlebt.

Da wird es Zeit, aus den Fehlern der Politiker zu lernen und die Karten neu zu mischen, indem eine wirklich demokratische Verfassung der BRD via Plebiszit entsteht. Unverzichtbar wird ein Bundesplebiszit sein und eine Wirtschaftsverfassung, die ihren Namen auch verdient; ich denke dabei an den Artikel 151 der bayerischen Verfassung Satz (1) »Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten.« Zu verwirklichen mit einem allgemeinen Grundeinkommen.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Was gibt’s da zu verteidigen?

Dass die fehlt, hat mich bislang nicht wirklich gestört, bislang ...

Nachdem nun aber erkennbar wird, wie leicht wesentliche Teile des als Verfassungsersatz immer gern gepriesenen Grundgesetzes wegen einer -gegen namhafte Ärzte und Wissenschaftler- behaupteten Grippewelle außer Kraft gesetzt werden, da wird man schon mal umdenken dürfen.

Nur aktuell, bei der ganz, ganz großen Corona-Koalition von der Linkspartei bis zur AfD dürfte das Ergebnis einer von den Blockparteien erarbeiteten "Verfassung" möglicherweise nur suboptimal sein; vorsichtig ausgedrückt ...

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Verfassung

Ich hatte in den 1980ern einmal einen Nachbarn und einer seiner Söhne war bei der Bereitschaftspolizei. Wenn wir uns am Badesee trafen, diskutierten wir über die Atomkraftgegner und die Einsätze der Polizei gegen sie – speziell am Standort Wackersdorf. Als dann nach 1986 der Schnelle Brüter in Kalkar und die Wiederaufarbeitung von Brennstäben in Wackersdorf für Deutschland aufgegeben wurde, brach für diesen jungen Mann eine Welt zusammen und er begann selbst zu denken.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Sichtweisen

dass einige der Polizisten selbst denken können, nachdenken über das, was sie da tun (sollen).

Diese Bereitschaftspolitisten sind ja, wie uns aus dem presönlichen Umfeld durchaus bekannt, eher junge Menschen, welche über die gemeinsam ausgeübte Gewalt dann auch einen gewissen Korpsgeist entwickeln, über das was sie tun erpressbar und damit domestiziert werden.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Ich unterstelle schon,

Klar, daß die Polizisten entsprechend geschult sind, damit sie ihre Aufgabe erfüllen; das Militär auch.

Es gibt viele Beispiele, wie Beamte, die Polizei und das Militär Befehle ausgeführt hat und weiter ausführen wird. Das ist nicht allein auf DE reduziert und nicht nur auf den Staat. Auch in Unternehmen gibt es diesen Corpsgeist und wer dagegen verstößt, hat ganz, ganz schlechte Karten mit der Karriere.

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Anstelle meiner Ergänzung zu Martin Niemöller hätte es auch die Adaption eines Textes von Wolfgang Borchert sein können.

Ich habe mich im Kontext des Videos jedoch für Niemöller entschieden und als Überschrift den Subtitel von Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem" verwendet. Nicht wegen eines Vergleiches der absoluten Größenordnungen staatlicher Gewalt, sondern mit Blick auf diese beinahe außer Rand und Band seienden Polizisten beim Durchsetzen vollkommen sinnloser staatlicher Repressionen.

Gleich in der ersten Szene, als Anselm Lenz abgeführt wird, fordert dieser die doch nur ihre Befehle ausführenden Polizisten zum Verweigern auf. Und genau das ist es, was Hannah Arendt in ihrer Reflektion sehr intensiv durchdringt, diesen Subtitel von der "Banalität des Bösen" wählt; und sie nach dem Erscheinen ihres Prozessberichts dafür massiv angegriffen, gar diffamiert wurde.

Rückblickend, nach gut dreissig Jahren haben in meinem Verständnis die Polizisten der DDR im November 1989 verantwortungsvoller -eben nicht banal, nicht böse, nicht lediglich Befehle folgend- gehandelt, als ich es diesen im Video in aller ihrer Brutalität gezeigten jungen Polizisten heute zutrauen würde.

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wird dieser Referent  beim Innenministerium zum "Schutz kritischer Infrastrukturen" brauchen.

Es gibt ihn also noch, den Beamten, den Staatsdiener ohne Korpsgeist und dafür mit sachlich begründeter eigener Meinung. Da er mit seiner Botschaft beim medialen Mainstream nicht gehört, eher noch denunziert werden würde, so blieb ihm nichts anderes übrig, als sich an die alternativen Medien zu wenden.

Nicht an KenFM & Co. wendet er sich, sondern wohl eher konservativ-bürgerlich gegründet, an die Tichys und die Broders.

Man darf mehr als gespannt sein, welche Vorgaben die guten Qualitätsmedien nun zur Causa selbst (wohl eher gaaanz klein halten) und zur "Behandlung" dieses mutigen Menschen (verwirrter Spinner etc.) bekommen.

Und er selbst dürfte mehr brauchen als ein schnelles Pferd ...

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Ein schnelles Pferd

Ich glaube nicht, daß dem Berichterstatter schnelle Pferde noch helfen können. Seine Karriere in der Politik ist schlicht beendet. Der Vergleich mit Südkorea steht jedem im Internet offen und das Ergebnis ist eindeutig. Da brauchen wir »Volk draußen im Lande« keinen Berichterstatter aus dem BMI. Der wird sich einen neuen Job als Biobauer oder Flaschensammler suchen müssen.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Schnelle Pferde

Das dürfte diesem Nestbeschmutzer aus dem Innenministerium schon klar gewesen sein.

Wenn er, wie ich vermute, in ein bürgerlich-konservatives Umfeld eingebunden ist, so wird er wohl auch zukünftig keine Flaschen sammeln müssen, sollte seine basale Existenz gesichert sein. Alles Weitere ist dann die -gern kreative- Kür.

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Ein schnelles Pferd

Der verwirrte, grenzdebile, rechte, esesoterischen Verschwörungstheoretiker, der mit Fakes aus Moskau gesteuert wird, ist eine ernsthafte Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, mehr noch für den Bestand der Republik, geworden.
Da ist mehr als gut, zu wissen, dass die Wachhunde der Demokratie niemals schlafen und ein immer wachsames Auge auf diese Feinde alles Guten und Schönen werfen.

Ich bin so froh, in einer so guten Welt leben zu dürfen. Und nein lieber Bernd, wie kannst du unterstellen, dass es eine Sprachregelung in den Medien geben könnte. Als wenn wirklich gute Menschen nicht selbst wüssten, welcher der rechte Weg ist und wenn sie in den Medien arbeiten, ich meine in den richtigen Medien, die, denen man vertrauen Kann, welches die rechten Worte sind , sowieso. Und wenn er sie mal nicht findet, schlägt er bei Wikipedia oder Psiram nach.
Nein, diese Welt ist gut , man darf annehmen, sie ist die beste aller Welten...

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Wie böse!

Ist mir mittlerweile peinlich, welch' bösen Beamten ich da als Kontrast zu den Prügelpolizisten hochgelbt habe.

Und dazu noch, Asche auf mein Haupt, auf diese eigentlich Würgreiz erzeugende neurechte Seite dieses Tichy verlinkt habe. Dabei hätte ich nur warten sollen, bis (mir) die sprachgeregelten guten Qualitätsmedien die ganze, schreckliche Wahrheit über diesen Nestbeschmutzer berichten.

Und wichtig ist, dass die guten Panikmedien nicht auf die Inhalte des Pamphlets eingehen; das könnte (uns) nur verwirren ...

Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Wie böse!

deine worte sind mir so lieb und vertraut - war doch der umgang mit ihnen eine hochkultivierte gesellschaftliche alltagsbetätigung, um allen "anti-diktatorischen und staatsfeindlichen" gedanken in der ddr ausdruck zu verleihen ...

heute >>> 30jahre nach dieser schrecklichen - jedoch sehr vertrauten zeit ist es wieder soweit, die kultur der denker und dichter bekommt eine neue dimension, denn aus der plumpen banalität "in grippezeiten - handschlag vermeiden" ist ein systemrelevanter katalysator im sinne medialer spielkultur "wer bin ich" geworden und die schweindl werden gefüttert und alle freuen sich ... ganz egal, ob es richtige oder falsche antworten gibt ...

und aus der ddr weiß ich noch, dass kinderlieder ganz doll subversiven charakter haben konnten ...und das OHNE jeden "beweis"

blöd war in der ddr ja fast alles ...doch ganz besonders wohl ein verfassungsmäßiges recht auf arbeit und wohnung ... so eine fast kommunistische gleichmacherei ist unter marktwirtschaftlichen aspekten das echt allerletzte ...denn der kontrast von hartz4-empfängern und multimillionären bringt ja erst die kribbelnde spannung in das leben ... und wer dabei ein GUTES leben hat, ist ja wohl ganz offensichtlich und auch die alternativlose schlußfolgerung, dass er auch selbst ein guter mensch ist ... und die selbstverschuldeten armen sind - wenn sie sich nicht in ihre rollen fügen .. na?

>>> BÖSEBÖSEBÖSE

Antwort auf: mari   zum Kommentar: vielen dank

Oder so ;o)