8 Nov. 2020

Alles bleibt gleich ...

Submitted by ebertus

wobei der gewisse Spaßfaktor unter Donald Trump doch größer gewesen wäre, als der unter dem (vielleicht nur für kurze Zeit) jetzt kommenden Joe Biden als US-Präsident. Schlimmer noch und wohl ganz im Gegenteil zum großmedial verbreiteten Biden-Hype dürfte es nun eher wieder quälend schlicht, global betrachtet sogar gefährlicher werden.


Was "die Welt" nun erwartet, das bricht ein Artikel bei Telepolis  sehr gut auf die relevanten Punkte herunter, viele Details zu den alten und nun wieder neuen, im Hintergrund agierenden Figuren eingeschlossen. Innenpolitisch und was die USA betrifft, dürfte es weitgehend Stillstand geben, haben die Biden-Follower im Senat keine Mehrheit und müssen außerdem die BLM-Bewegung via einiger bunter Glasperlen nun wieder in die faktische Realität einbinden.

Einerseits dürften außenpolitisch die von Trump geschaffenen Fakten bestand haben. Oder glaubt jemand im Ernst, dass die Sanktionen gegen Rußland (und Deutschland wegen Nord Stream 2) aufgehoben, der Wirtschaftskrieg gegen China beendet oder gar die US-Botschaft von Jerusalem wieder zurückverlegt wird.

Andererseits wird der militärisch gestützte Export hehrer westliche Werte nun wieder weitergehen, es wohl keinen (schnellen) Rückzug aus Afghanistan, aus Syrien oder sonstwo geben, insbesondere Iran, Venezuela und andere per Definition Böse nun wieder ernsthaft in den Fokus kommen.

Ansonsten ist Trump auch weiterhin an Allem schuld, was nun gut gewollt, dann leider, leider doch nicht umgesetzt werden kann.

Kommentare

Bild des Benutzers heinz

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Trump hatte den Europäern die Arschkarte gezeigt und die hatten gekuscht. Am weltpolitischen Rad hatte Trump eher nicht gedreht, sondern sich einfach nicht darum gekümmert. Das könnte sich mit Biden jetzt wieder ändern und damit würde die Lobby bedient werden, die den Wahlkampf bezahlt hatte.

Entscheidend (für uns) wird aber sein, ob die europäischen Politiker*Innen daraus gelernt haben und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Ich fürchte den bequemeren Weg als williger Vasall, der die europäische Idee zerstört.

Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Und die Moral von der Geschicht

Denke , dass ihr von der Tendenz beide recht habt. Bestenfalls, dass ich - anders als du - nicht glaube, dass es ein Bedenken bei europäischen Politikern geben wird.

Meine Erwartungen sind zutiefst pessimistisch. Ich mache das nicht mal so sehr an den beiden Typen fest, die zur Wahl standen. Regiert wird das Land nicht von Kongress , Senat und Präsident. Trump hatte den Ablauf dieser Demokratie-Simulation zwar gestört aber nicht gestoppt. Letztendlich wurde auch er, wenn er sich schon mal um Politik kümmerte, getrieben. Er war aber für die Eliten, die nicht zu unrecht davon ausgehen, dass dieses Land, eigentlich diese Welt, ihnen gehört, zu unberechenbar. Deshalb haben sie alles daran gesetzt, ihn auszutauschen. Ein dementer und kurrupter Schwachkopf wird ihre Geschäfte einfach besser erledigen als der Egomane, der die Rolle bisher gespielt hatte.
Würde es für den Rest der Welt nicht um Leben oder Tod gehen, konnte man seinen Spaß daran haben. Es gehe aber um Leben oder Tod.
Macht alles irgend wie keinen Spaß.

Bild des Benutzers heinz

 

Amerikanischer Exzeptionalismus

American Dream

Daraus leitet sich das geschichtsvergessene Selbstverständnis der US-Amerikaner ab. Den meisten US-Amerikanern ist die internationale Politik ...-egal und weitgehend unbekannt. Bürgermeister, Sheriff und Gouverneur sind wichtiger.

Bild des Benutzers heinz

»Macht alles irgend wie keinen Spaß.«

Wieso (eigentlich) nicht?

Das Spiel ist normalerweise aus, wenn es abgepfiffen wird. Beim aktuellen Präsidentenspiel beginnt das eigentliche Spiel erst nach dem Abpfiff. Bis dahin hat Trump noch Schonzeit wegen seiner Immunität als Präsident. In seiner Amtszeit hatte er öfter mal die (kriminelle) Sau raus gelassen und das holt ihn nach seiner Amtszeit wieder ein – kann als noch recht lustig werden.

denkfabriken und geheimdienste gestalten das leben der menschen ... der sichtbare rest ist folklore oder brot und spiele

>>> einfach nicht mitspielen >>> "aus der rolle fallen, damit wir nicht in die falle rollen" !!!

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/banana-gaga-06-11-2020/

Bild des Benutzers ebertus

Antwort auf: mari   zum Kommentar: die sicht von pepe escobar

dafür noch mehr faktische Wahrheit aus dem Hintergrund. Pepe Escobar bei Rubikon

Bild des Benutzers ebertus

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Na das geht garnicht, muß die Nordstream-Angela mit dem Joe wohl mal ein ernstes Wort reden ...

Bild des Benutzers heinz

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Zusätzliche Sanktionen

Ob die Pipeline North Strem 2 überhaupt rentabel ist, bleibt weiter umstritten. Wesentlich ist für Gasprom, daß sie mit der North Stream 1 und 2 einen sicheren Absatz haben; die Leitung durch den Pleitestaat Ukraine ist unsicher. Weiter hängt das Projekt nicht an Trump oder Biden, schon unter Obama wurde aus den USA Druck auf die beteiligten Unternehmen ausgeübt, weil US-Firmen lieber ihr eigenes Gas verkaufen.

Früher war es die Kanonenbootpolitik, heute ist die subtiler geworden.

__________________________________________

PS: Hier in McPomm ist die Trasse von North Stream 2 bereits wieder rekultiviwert worden, die Pipeline muß nur noch in Betrieb genommen werden.

Bild des Benutzers heinz

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Zusätzliche Sanktionen

Vorneweg: Mit Biden ist die Verhandlung um ein TTIP wieder offen.

Lassen wir Satire mal weg, dann bleibt Real übrig

Der Streit mit Russland hatte mit dem Russisch-ukrainischer Gasstreit begonnen. Westliche Berichterstatter lassen das gern mal unter den Tisch fallen. Der Konflikt begann erstmals im März 2005, als Gasprom die alten (sozialistischen) Verträge kündigte, um aktuelle Marktpreise zu erzielen. Nachdem dieser Streit eskalierte und die EU sich wegen der geringeren Gaslieferungen einmischte, gab es Zoff, weil die Ukraine sich Gas geklaut hatte. Russland machte dann 2010 ein Angebot für einen Freihandel mit der EU und normalere Umgangsformen. Dieses Angebot wurde schroff abgelehnt. Der Rest ist unter Ukrainekrise, Krimkrise und Krieg in der Ukraine nachzulesen.