5 Sep 2020

Was hast du aus der Krise gelernt?

Submitted by heinz


Die Zeit ist reif, zur Normalität zurück zu kehren. Die Frage ist nur:

»Zu welcher Normalität?«

Normal war vor der Corona-Krise, daß die meisten Deutschen mit Hygiene nur das Klopapier meinten; darum wurde das am Beginn der Krise gehamstert. Klopapier hat aber nun so gar nichts mit einer Grippewelle zu tun. Da waren eher die Gesichtsmasken gefragt, die in Asien schon lange bei Erkältungswellen getragen werden. Darum wurden die in der westlichen Welt auch von vielen Menschen gehamstert und die Vorräte waren schnell ausgeräumt. Hier in DE wurde das Tragen von Masken in den Massenmedien drei Monate lang abgewiegelt. Plötzlich im April wurde das Tragen der Gesichtsmasken dann staatlich angeordnet und die Weigerung unter Strafe gestell enlightened

Zum Vergleich: In Asien sorgt die persönliche Rücksichtsnahme und die soziale Kontrolle untereinander ganz automatisch dafür, daß die Masken bei einer Infektionswelle getragen werden – und auch dafür, daß die Fallzahlen relativ gering bleiben.

Was in Asien zur normalen sozialen Kontrolle der Zivilgesellschaft gehört, wurde und wird in Europa und Amerika ganz offensichtlich ignoriert. Die Folge sind hohe Fallzahlen bei einer Pandemie, wie sie alle paar Jahre durchs globale Dorf zieht. Weiter hat diese Krise offenbart, daß mit neoliberalem Gesülze von Parteien und Politikern die gesundheitliche Vorsorge und Versorgung auf MANGELHAFT bis UNGENÜGEND reduziert worden ist. Insbesondere die Berichterstattung der Massenmedien hatte versäumt, diese Krise wirkungsvoll kritisch zu begleiten. Dieser politische Mangel im Gesundheitswesen, aber vor allem im Mangel der Hygiene in der  Bildung, hat letztlich für hohe Fallzahlen in Deutschland, Europa und Amerika geführt.

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PS: Der Ursprung diese Blogs waren einst die Termiten. Wer hier noch mitliest möge seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse mitteilen.

 

Kommentare

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ich frage lieber: "was ist schön?"

und bei beiden fragen werden die antworten sehr unterschiedlich ausfallen.

ich suche mir gern ein schönes umfeld - eins, in dem ich mich wohlfühle und als mensch frei und sinnvoll unterwegs sein kann.

ich versuche es vor angriffen zu schützen, um es gestalten und entwickeln zu können.

alle, die dies UNNORMAL oder unschön finden, können mir gern ihre alternativen präsentieren ...und bestenfalls inhaltlich darüber reden - gegenseitiges vernichten lehne ich strikt ab. sollte jedoch genau DIES der "normale" plan anderer sein ... und dazu auch noch in der mehrheit die macht dazu besitzen >>> ist TAKTISCHE klugheit gefragt und viel geduld >>> wenn sich das häßliche als "normal+alternativlos" präsentiert hilft nur der tiefe glaube und die eigene überzeugung, das nix für ewig ist ....

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Die Normalität der kommenden Jahre wird eben nicht die der vergangenen sein. Und meine Überzeugung wächst mit jedem neuen Tag, dass es wenig mit dem Virus zu tun hat. Damit könnte man irgendwie umgehen. Zum Beispiel mit Investitionen ins Gesundheitswesen, in die Infrastruktur, in Erziehung zu hygienischem Verhalten. Wird man alles nicht tun sondern das Gegenteil wird der Fall sein. Man wird begründen, dass die enormen Kosten der Epedemie neue Einsparungen und Privatisierungen erfordern. Alternativlos.

Wie erleben die Erosion dessen, was Marx die „bürgerliche Gesellschaft " nannte. Die neoliberale Umgestaltung der letzte Jahrzehnte konnte zwar die Akkumulation von Reichtum sichern hat aber die ideologische Phantasie, dass dabei so viel für die nicht so Reichen abfällt, gründlich blamiert. Dass das nicht so geht, bis die Sonne verglüht, wird sich in den nächsten Jahren, vielleicht schon Monaten zeigen. Herrschaft wird durch Gewalt aufrecht erhalten werden müssen und, da das nicht reichen könnte, durch die Konstruktion immer neuer Feinde, die Schuld an unerträglich erscheinenden Zuständen haben. Der Jude geht nicht mehr, der Kommunist ist nicht mehr ausstreichend zahlreich. Aber der Chinese und der Russe, der Terrorist und der Coronaleugner werden den Platz einnehmen. Und was weiß ich was für Feinde sonst gefunden werden. Nur nicht die, die tatsächlich an den Hebeln sitzen.
Die finale Krise des Kapitalismus wird es nicht. Vielleicht aber das Finale der Erde

Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Normales

>>> die schönheit könnte das ende aller schrecken sein