14 Mai 2020

Biergartenhorror - Masochismus pur

Submitted by ebertus

Ja, wenn die Ausläufer dieser schlimmen Pandemie im tiefen Winter, eingemummelt vor dem Kamin zu erleiden wären, dann ginge das vielleicht noch. Aber aktuell fängt die "Draussen", die Sommersaison an, hat wohl kaum jemand den nun notwendigen Masochismus auf seinem Verhaltensindex.


Welchen Horror, welchen (vielleicht?) angenehm gruseligen Masochismus sich Wirte und Besucher von sogenannten Biergärten hingeben müssen, das macht dieser, sich auf offizielle Vorgaben stützende Artikel im Salzlandmagazin  deutlich.

Schon die eingangs verlinkten .pdf - Formulare sind ein Schmankerl, werden deren "Inhalte" dann im folgenden Text eindruckvoll und im Detail dargestellt bzw. angedroht. Wer sich das als Wirt oder als Besucher antut, der muß schon relativ nahe an den bekannten Selbstgeiselungen stehen, mir lediglich aus mittelalterlichen kirchennahen Erzählungen bekannt.

Ok, die Wirte und Betreiber der Biergärten, der öffentlich zugänglichen Gastronomie insgesamt  könnten natürlich auch andere, betriebswirtschaftlich gebotene Gründe haben zum Masochisten zu werden; der geschätzte Konsument wohl kaum.

Kann somit nur hoffen, dass dieses von uns gern frequentierte afrikanische Restaurant  den oben verlinkten Irrsinn aus Sachsen-Anhalt übersteht, sind mir die (wahrscheinlich ähnlichen) hessischen Vorgaben momentan noch nicht bekannt.

Kommentare

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Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Hinter allen Maßnahmen der Parteienoligarchie steht die Herrschaft über das Volk draußen im Lande. Das ist schon lange nicht mehr nur die öffentliche Fürsorge der Gesundheit, sondern via Verordnung die Machtdemonstration der (ratlosen und inkompetenten) Parteien – Satire hin oder her.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Fakten hinter der Satire


Ok, aber ich würde es darüber hinaus einen real gewordenen, skurrilen Albtraum nennen. Irgendwie habe ich immer noch das Gefühl, dass mich nur jemand richtig kneifen müsste; um aus diesem Milgram-Experiment zu erwachen.

Wobei, es tut ja nicht mal weh. Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr und gar die Telekomunikation funktionieren, auch die Ruhestandsbezüge landen bislang pünktlich auf dem Konto. Nur will ich das nicht verallgemeinern, haben Menschen in meinem Umfeld mittlerweile sehr reale Probleme.

Mal ganz abgesehen von den Gastwirten ...

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: "Satire hin oder her"

Stalin nannte diese Hofschranzen die Klasse der Intelligenzia, die eine Arbeiterklasse verwalten. Damit hatte er immer noch in Klassen gedacht und nicht in einer klassenlosen Gesellschaft.

Diese Hofschranzen der Parteienoligarchie verschwenden die Wertschöpfung der Zivilgesellschaft und ich kann mir eine andere Verwaltung durchaus denken. Die Neoklassik in ihrer neoliberalen Form braucht die Politiker als nützliche Idioten und was dabei raus kommt, sind Krümmungsgrade von Krummen Gurken.

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Eine Gastwirtin, die sich nicht domestizieren lässt,  ganz ohne Hang zum staatlich verordneten Masochismus:

 

Wegen der Corona Pandemie ist das „Dingens am See“ aus gegebenen Anlass geschlossen.

Liebe Gäste, hiermit möchte ich euch allen mitteilen, dass das Dingens bis auf weiteres geschlossen bleibt. Bei einer Öffnung bin ich u.a. GESETZLICH verpflichtet, von allen Gästen deren Namen und Adresse schriftlich hinterlegen zu lassen. Auch ist eine Mundschutzpflicht bei Betreten der Gaststätte bis zum Sitzen am Tisch gesetzlich vorgeschrieben. Ich werde diesen schwachsinnigen gesetzlichen Verpflichtungen NICHT nachkommen, da ich weder Stasimitarbeiter der Regierung bin, noch das Tragen eines sinnlosen Mundschutzes unterstütze. Bis die Regierenden wieder klar im Kopf sind, bleibt das Dingens GESCHLOSSEN.

Eventuellem Shitstorm sehe ich gelassen entgegen. Es ist mein Laden und meine Entscheidung.

Liebe Grüße Eure Kirsten

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Kein Stasimitarbeiter

»Wegen der Corona Pandemie ist das „Dingens am See“ aus gegebenen Anlass geschlossen.«

Das Dingens ist wegen der staatlichen Verordnungen geschlossen und die Corona-Pandemie wird für diese Verordnungen vorgeschoben.

PS: Wegen des Reiseverbots komm ich sowieso nicht nach „Dingens am See“, weil McPomm ist viel zu weit wech und mit aktuell ca 20 Infizierten voll durchseucht.

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Diese Stasi- wahlweise GEZ-Haushaltsprozedur hatte ich nicht gleich auf dem Radar:

"Es dürfen nur Personen aus höchstens zwei Haushalten an einem Tisch sitzen"

schreibt die Tagesschau  in einem wohl als Mutmachartikel zu verstehenden Text. Und ich frage mich spontan, wie der Gastwirt das überprüfen und sicherstellen will, wo doch (angeblich) nur der Anmelder dieser neuen SadoMaso-Partys sich outen muss. Ein "Ausweis vergessen" gilt nicht, dann lieber auf einige der wenigen Kunden auch noch verzichten.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Kontaktregel

 Im Schengenraum solltest du einen Ausweis mitführen. Im Zweifel kontrollieren überteifrige Polizisten deinen Wohnsitz. Ein Personalausweis, Reisepass, Reiseausweis wird nur am Flughafen kontrolliert, evtl auch bei Verkehrskontrollen. Innerhalb Deutschlands brauchst du als Staatsbürger keinen Ausweis, außer Führer- und KFZ-Schein.

Ein Zivilist kontrolliert auf gar keinen Fall dienen Ausweis.

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will auch kein Masochist sein, macht das und noch mehr in einem Statement  deutlich.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Helge Schneider

Völlig aus der Zeit gefallen. Der braucht für seine Videoauftritte doch nur einen Profi, der ihm das Publikum in die Aufnahme reinblendet: Lach lach, klatsch klatsch ...

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Helge Schneider

... "lieber tot als sklave" = gefällt mir gut

>>> die freiwillige "sklavensolidarität" ist das ende von kunst und kultur ... dieses trübe leben, lebe wer es mag

helge wird als freier mensch ESSEN, schlafen und sein selbstbestimmtes ding machen ohne sich selbst und die kunst (im namen des schutzes**) zu beschneiden.

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: er bleibt sich treu

meint Helge in Sachen seines Altersruhestands an einer Stelle sinngemäß.

Es ist das Privileg von (uns) Älteren, nichts mehr reissen zu müssen. Wir können es ausklingen  lassen, müssen nicht mehr über jedes Stöckchen springen. Und für jüngere Menschen darf das gern eine Erfahrung sein, sich eben nicht über Gebühr zu verschulden und/oder in andere Abhängigkeiten zu begeben.

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die gleiche Dame.

"„Aus unserer Sicht war das Wochenende eine Katastrophe“, sagte der Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Berlin, Uwe Schild, der „Morgenpost“. Derart niedrige Umsätze hätten viele Betriebe noch nie gemacht, aus unternehmerischer Sicht wäre es schlauer gewesen, Cafés und Restaurants geschlossen zu lassen, so Schild."

berichtet der Tagesspiegel. Und in einem weiteren Artikel, im gleichen Durchhaltetenor wird konstatiert, dass dieser Masochismus nun bitteschön auch auf den Urlaub in Europa ausgedehnt werden darf.

"Urlauber werden sich umgewöhnen müssen" lautet die dort eingangs überbrachte Botschaft.

Nee, Urlauber müssen garnichts, kommen in der Regel freiwillig und werden es unter diesen Bedingungen hoffentlich lassen; sind ansonsten spätestens danach um eine -vielleicht die erste- SadoMaso-Erfahrung reicher..

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Der nächste Herr,

...weg ist es ... so schnell geht das

wer will schon in einer hygienisch-sterilen und polizeilich überwachten umgebung noch dafür bezahlen, um dort zu sein???

das quatschen, flirten und sonstige beschnuppern >>> wohl alles dinge, von denen politiker keine ahnung haben ... dafür um so mehr, den bürgern die lust am leben zu vermiesen ....wahrscheinlich wird sich das LEBEN (wie in der ddr) wieder in den privaträumen entfalten ... diesmal nicht aus mangel an gastronomie - sondern an 0-bock auf freiwillige reglementierung

Werte Marie,

soweit mir bekannt ist, orientiert sich das Virus nicht an irgendwelchen Klassen. :-) Auch wenn es wie üblich die Prekären stärker trifft, dafür brauchte es aber Corona nicht, da bereits lange der Fall. Folglich gibt es da bis auf wenige Ausnahmen mal gemeinsame Interessen!

Jetzt läuft aber alles in eins, was an systemischer Unzufriedenheit aus den verschiedensten Lagern und verschiedensten Gründen zusammenkommt und zwar die Bündelung gegen einen Staat, der sich erdreistet hat Maßnahmen zu ergreifen, wie man es eher von autokratischeren Systemen her kennt. Und da wird das GG selbst von Rechten als Zeugnis/Beweis geschwenkt, was mir zumindest nicht gefallen kann, da die zumindest in einem Punkt recht haben, nämlich, wenn die Exekutive sich herausnimmt, mehr oder weniger die Regeln zu setzen, ob überhaupt und falls ja, wie, die Demos stattfinden dürfen. Aber da hat das Bundesverfassungsgericht klare "Kante" gezeigt und selbst ein Herr Laschet hat sich da ganz entschieden zu geäußert, durchaus im Widerspruch einiger seiner CDU-KollegenInnen.

Ich bestreite nicht das Gefahrenpotential, das in der Sache steckt! Dafür sind wir als DemokratenInnen aber mitverantwortlich, dass es bei befristeten Einschränkungen bleiben muss. Über die Art und Weise lässt sich "fetzen" und nach der Krise (es wird früher oder später wieder geschehen) muss kritisch ausgewertet werden, was daraus gelernt werden kann.

Und vor allem auch: Wie sieht es mit der Lastenverteilung aus!

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Der nächste Herr,

Was das "müssen" betrifft, erschließt sich der jeweiligen Vernunft. Diese sagt mir z.B., dass der deutsche Föderalismus in Sachen Corona nicht behilflich ist, da nicht jedes Bundesland sein "eigenes Süppchen kochen" sollte. Denn dann ergeben die Maßnahmen kaum Sinn, da zum Teil kontraproduktiv.

Und natürlich werden wir im Winter wieder unseren Individualurlaub auf La Palma machen und wie immer bei spanischen Familienvermietungen. Man ist sich bekannt und kennt das Umfeld. Wenn nun im eigenen Interesse liegt, dass bereits wir in der Maschine ohne Corona sind, wie es auch die Bewohner der Inseln verständlich wünschen, dass keine neue Fälle rüberkommen, dann werden wir uns natürlich kurz vor dem Urlaub checken lassen und das dürfte dann auch der "Gutschein" sein, um vor Ort nicht 14 Tage in Quarantäne zu stecken.

Wobei das erst gar nicht der Fall sein dürfte, wenn das schon an den Abflughäfen kontrolliert wird, was ich für sinnvoll halten würde.

Einschränkung der Freiheit? Da müsste ich nicht all zu lange überlegen, was da eher zutreffen würde und worüber kaum oder nicht diskutiert wird. Da liefere ich nur ein Stichwort: Definition des Existenzminimums und die darüber gelegten Ausführungsbestimmungen und Kontrollen.

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Antwort auf: Paul   zum Kommentar: Gegen den Strom

und vielleicht holen mich meine Worte von heute in Sachen Italien morgen wieder ein.

Ich halte es da eher mit der Metapher vom Frosch im Kochtopf; wahlweise der von Zuckerbrot und Peitsche. Aber falls es doch dazu kommt, dass Menschen unter den anhaltenden Einschränkungen viel weniger die Gaststätten besuchen, weniger Reisen unternehmen, weniger konsumieren, sich auch diversen anderen Dienstleistungen mit Überwachungspotential verweigern, so hat das primär ökonomische Auswirkungen. Da wird irgendwann das Virus hintenan stehen müssen ...

Btw. Unser neuer größerer Sonnenschirm für die Terrasse ist gekommen, meine Tochter und ihr Mann haben das kleine Planschbecken im Garten gegen ein deutlich größeres (damit auch Freund und Freundin der Kinder reinpassen) getauscht, und ihren geplanten Urlaub im bayerischen Wald gestrichen; wie umgekehrt deren privat-beruflichen Freunde aus Texas ihre Europatour für dieses Jahr ebenfalls abgesagt haben, bleiben lediglich auf knapp 200 Dollar Anzahlung für den Mietwagen sitzen.

Wie  Marie mit Rückblick auf die DDR weiter oben schreibt, wird sich das Leben wohl wieder mehr auf das eigene bzw. nahe Umfeld hin orientieren; menschlich wie geografisch. Ein softer Paradigmenwechsel, der, ohne gleich an apokalyptische Szenarien zu denken, mit Sicherheit auch seine Reize hat.

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Sag niemals nie

denn wir hatten auf einer Wanderung eine schöne Pferdetränke gesehen und nun haben wir mal Maß genommen und auf einer ehemaligen Abstellfläche für einen Gastank eine bestellt und zwar nicht in runder Ausführung, sondern oval. So ohne alles, sehr robust und äußerst pflegeleicht, sodass wir gelegentlich ganz vergnüglich darin sitzen werden (950 Liter).

Der Lieferant meinte übrigens, dass die des Öfteren für Kinderpools verwendet werden.

Antwort auf: Paul   zum Kommentar: Gegen den Strom

ist einerseits eine ganz subjektive und andererseits eine staatlich festgelegte.

und es kotzt mich einfach total an, dass nach der wende - im westen und angeblich vereinigten sytem TOTAL davon ausgegangen wird, dass es sich um geld-werte handelt ... waren doch die KULTURELLEN und SOZIALEN WERTE - zumindest für mich - und NICHT NUR für mich die WIRKLICH entscheidenden

wenn ich die sozi-kulturellen werte der "diktatur ddr" mit der "freien demokratischen brd" vergleiche, so weiß ich, wo der echte reichtum und sein potential gesteckt hat ... und was es NICHT!!!! für geld gibt!!! ...und viele aus dem westen gar nicht wissen, wovon wir reden ... "es" nicht kennen und so auch nicht vermissen

m.m.n. ist es dieses "es" vor dem es JEDER macht graut ... der ehemals in der ddr und der heutigen in der brd ... deswegen auch die unvorstellbare zunahme von polizeigewalt ...war doch mal die polizei zum schutz der bevölkerung gedacht (als freund und helfer vor kriminalität)

in frankreich nimmt sich die polizei massenhaft selbst das leben ... es wird eine langer weg sein, bis sie wieder auf der seite der bevölkerung steht ... wann kommt der erste polizist zum kenfm? wer eröffnet dieses thema?

naja, bin mal wieder meiner zeit voraus

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: existenzminimum und freiheit

Ein BGE im Sinne von sog. gesellschaftlicher Teilhabe wird absehbar nie, niemals kommen.

Das System braucht dieses Disziplinierungsinstrument für schwere, gefährliche und dreckige Arbeiten zu in der Regel Hungerlöhnen. Nur so können Einzelne unermesslich reich werden; und darüber bzw. zunehmend alle demokratischen Prozesse kapern. Früher war es so, dass sich die wirklich Reichen dezent zurück hielten. Babara Streisand hat sogar (erfolglos) prozessiert um zu verhindern, dass ihr Anwesen  öffentlich bekannt wird; das Gegenteil erreicht und den sog. Streisand-Effekt damit getriggert.

Falsches Thema, falsche Branche ...

Heute nennt man Reiche, die sich zum richtigen  Thema ganz offen die Welt kaufen gern Philantrophen.

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: existenzminimum und freiheit

Daß es bei der Übernahme der DDR letztendlich nur noch um Geldwerte ging, war systemisch bedingt. Im real existierenden Sozialismus gab es kein Privateigentum, mit dem Kredite besichert werden konnten. Die VEB bekamen Kredit für Ihre Liquidität. Als dann der real existierende Sozialismus endete, floppten diese Kredite und sind automatisch auf den Staat gefallen. Große Teile der Kultur war in die Verantwortung der Betriebe gegeben. Das reichte von Alltagsfeiern bis zum Urlaub. Auf diese Weise geriet die Kultur in die Mühlen des Überlebens von Betrieben. Das ist tragisch, der Grund war aber mangels Verhandlungsmasse ein Systemfehler.